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Nachdem Ralf Suter, Organisator und Moderator des Poetry-Slams, dem Publikum die Regularien des Wettstreits erklärt hatte und einen Text als Kostprobe präsentierte, startete die Vorrunde für die „Profi-Slamer“. Das Publikum bestand überwiegend aus Gefangenen und entschied mit Hilfe von Nummerntafeln und Applaus dabei, wer als Sieger aus dem Wettstreit hervorging. Die Zuschauer hatten zum größten Teil zum ersten Mal einen Poetry-Slam erlebt, dementsprechend zurückhaltend waren die Wertungen für die ersten Slamer. Erst als Nicht ganz Dichter einen lustigen Text über das Schachspielen als Rap auf der Bühne performte war das Eis gebrochen und das Publikum ging auf die Texte ein. Sieger der Vorrunde wurde Julian Spiegelhauer mit einem Text über seine Oma, der sehr unter die Haut ging.

Nun präsentierten die Gefangenen ihre Texte auf der Bühne. Einen Moment, den die mitgekommenen Fans im Publikum entgegengefiebert hatten. Das Spektrum reichte von Stand-Up Comedy, kurzen Texten, Rap mit (als Ausnahme vom Regelwerk) und ohne Musik, einem englischen Text in Reimform bis hin zu einer klug formulierten Beschreibung einer Freistunde in der JVA. Am Ende hieß der Gewinner Eugen mit seinem Rap über ein kriminelles Leben.

Jetzt stand das Finale der Profis auf dem Programm. Die ersten drei der Vorrunde traten noch einmal gegeneinander an. Nicht ganz Dichter brachte passend zum Publikum einen Rap über seine Tätigkeit als Anwalt zum Besten.
Mit „Wie heißt die Mutter von Nikki Lauda?“ eröffnete Richie minus Eins seinen zweiten Auftritt. Das Publikum ergänzte „Mamma Lauda…!“. „Falsch“ korrigierte der Poetry-Slamer aus Melsungen „Sie hieß Elisabeth!“. Immer wieder band er das Publikum in seinen Text ein und versuchte so seine Gunst zu erlangen.
Mit einem erneut emotionalen Text über Scheitern und wieder Aufstehen trat der Sieger der Vorrunde Julian Spiegelhauer im Finale an und konnte wieder überzeugen: Während in der abschließenden Wertung durch Applaus des Publikums seine Kontrahenten tosenden Beifall bekamen, steigerte sich sein Applaus durch zusätzliches Fußgetrampel zu einem wahren Inferno.

Dank gilt dem Verein „Die Landkulturschaffenden Südwest e.V.“ für diesen Abend und an den Gefangenen, die den Mut hatten, sich dem Publikum zu stellen.